Comandantina Dusilova: Refrigeratorium Maximum

Stadtleben | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Living in America isendverbraucherorientiert. In den Grocerystores hat alles sein Vorhandensein. Dieses Vorhandensein richtet sich nun nicht nach den Bedürfnissen der Filialleitung, wie wir das von Wiener "Supermärkten" kennen, sondern streng nach denen des Kaufpublikums. So fehlt in den Regalstraßen eines endverbraucherorientated American Grocerystores weder der norwegische Lutefisk noch das Berner Würstchen, weder Kalbfleisch für Wiener Schnitzel noch frisches Basilikum für die Pasta. In einem durchschnittlichen American Grocerystore gibt es vom Singlesalzkorn bis zum Rekordbüffelsteak einfach alles. Das Vorurteil, die Nation George Washingtons ernähre sich ausschließlich von Hamburgern und Ketchup, pflegt ausgerechnet die Nation Leopold Figls, eine Nation, die nach eigener Darstellung ausschließlich von Burenwurst, Käsekrainern und den todbringenden Liquiden Spritzer und Skiwasser lebt. Eine winzige Anzahl internationaler Podukte müssen ernährungsbewusste Österreicher vermissen lernen. Den satanischen Nirwanatrunk Inländer-Rum, die giftgrünkernige Mozartkugel und das Massensedativum Schwechater. Aber wen kümmerte dies in einem Land, in dem Steaks von der Größe eines Tischtennistisches gegrillt werden. Praise the Lord!


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