Bett oder Frittenverkäufer?

Wettbewerb. Die "Memoriade", der Wettbewerb für juvenile Gedächtniskünstler, fand heuer zum zweiten Mal statt. Hauptattraktion dabei: weltmeisterliche Superhirne.

Wolfgang Paterno | Stadtleben | aus FALTER 49/00 vom 06.12.2000

Rauchschwaden waren über den Köpfen dann doch keine zu sehen, aber das angestrengte Nachdenken produzierte intensive Gerüche und konzentrierte Düfte: Einen Nachmittag lang, unter ständigerFrischluftzufuhr (eiskalt) und konstantem Nachschenken von Mineralwasser (prickelnd), wurde letztes Wochenende bei der zum zweiten Mal ausgetragenen "Memoriade", der Schlussveranstaltung eines bundesweiten Gedächtniswettbewerbs mit fünf Disziplinen (wie "Ziffernsprint", "Begriffsprint" oder "Textsprint"), der Gesamtsieger ermittelt. Auf dem Wettbewerbspodium, auf dem die 30 Teilnehmer sich abschwitzten, wurden von Milchzähnen nervös Bleistiftenden zerkaut, es wurde gestöhnt und schwere Köpfe aufgestützt, im Publikum hielten die Eltern der grenzgenialen Sprösslinge (von neun bis 18 Jahren) den Atem an und fieberten mit.

Im Mittelpunkt standen aber die Hirne von zwei Gedächtnisweltmeistern mitsamt deren ausgeklügelten Hirn-Techniken: "Ich habe im Geiste Routen gelegt", erklärt der Deutsche

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