Wenn die Lehrer streiken

Kommentar. Die Streiklust im öffentlichen Dienst ist verständlich, das Interessante daran wird meist übersehen.

Vorwort | Siegfried Mattl | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

Nun wissen wir es dezidiert. Schulen sind in erster Linie Kinderbewahr- und -kontrollanstalten. Wie anders wäre es möglich, dass der Streik der AHS-Lehrer am 5. Dezember "Proteste der Eltern in den Büros der Landesschulräte hageln" ließ (Kurier), nicht deshalb, weil sie durch das Regierungspaket mit Stellenabbau und Erhöhung der Stundenpflicht eine Verschlechterung des Unterrichts befürchteten, sondern weil sie nicht wussten, wohin mit dem Nachwuchs nach sieben Uhr früh. Und wie vertrüge sich die Idee von Wiens Stadtschulratspräsident Kurt Scholz, Bundesheerinstrukteure als Streikbrecher einzusetzen, mit dem Gehalt einer Bildungsanstalt? Als es den Dienstag für unterrichtsfrei erklärte, hatte sich das Ministerium sicher für die billigste Vorgangsweise entschieden. In Zeiten neoliberaler Verwaltungsreform würde das Verteidigungsministerium seine Experten kaum gratis als Aushilfslehrer zur Verfügung stellen. Auf Dauer wird sich die Regierung, die von den Lehrern "nicht erpressbar


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