Was war/kommt/fehlt

Politik | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

Was war: Appell des Versöhnungsfonds Die Regierungsbeauftragte für die Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter, Maria Schaumayer, forderte Wirtschaftstreibende erneut auf, sich am mit sechs Milliarden Schilling dotierten Versöhnungsfonds zu beteiligen. Laut Schaumayer ist immer noch nicht geklärt, mit welchen Beträgen sich manche Firmen an dem Fonds beteiligen sollen. Dazu zählen die Bauindustrie, die Bank Austria sowie Unternehmen mit deutschen oder Schweizer Mutterfirmen. Alleine in den letzten Monaten sind über 2000 Einzelansuchen ehemaliger Zwangsarbeiter beim Versöhnungsfonds eingelangt. Schaumayer hatte angekündigt, dass die ersten Zahlungen noch dieses Jahr überwiesen werden.

Was kommt: Brisanter Prozess Kommenden Freitag beginnt ein Prozess am Wiener Arbeits- und Sozialgericht, der für die FPÖ höchst unangenehm werden könnte. Wie die Zeitschrift Format berichtet, behauptet ein FPÖ-Mitarbeiter, nur deshalb von den Blauen gekündigt worden zu sein, weil er sich weigerte, Daten von der FPÖ-Abgeordneten Irina Schoettel-Delacher aus dem Polizeicomputer zu löschen. Die Politikerin wies die Vorwürfe als "völlig haltlos" zurück.

Was fehlt: Der Name des Autors Eine "Menschenhatz", die "in der Folge bis zum Tod des Gehetzten gehen sollte", musste sich der jüdische Journalist Karl Pfeifer von der Wochenzeitung Zur Zeit - Herausgeber ist Jörg Haiders Kulturberater und Krone-Schreiber Andreas Mölzer - unterstellen lassen, weil er dem inzwischen verstorbenen Politologen Werner Pfeifenberger vorgeworfen hatte, "die alte Nazi-Mär von der jüdischen Weltverschwörung" aufzuwärmen (der Falter berichtete). Pfeifer klagte Zur Zeit. Allerdings war der Artikel mit einem rätselhaften Pseudonym gezeichnet. Der Anwalt der Mölzer-Zeitung gab nun einen Hinweis: eine christlich-konservative Person des "öffentlichen Lebens" stecke dahinter. Den Namen will er allerdings nicht preisgeben.


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