Keine vollen Hosen mehr

Arbeit. Unternehmer müssen bald keine Überraschungsbesuche mehr fürchten: Der Arbeitsinspektor meldet sich in Zukuft vorher an. Ein Sieg über die veraltete, lästige Bürokratie? Oder verkommt der Arbeitnehmerschutz zum "zahnlosen Tiger"?

Politik | Eva Weissenberger | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

Der Wirt aus der Leopoldstadt freut sich. "Eine Runde für meine Freunde", ruft er hinter die Budel. Da freuen sich auch die Stammgäste. Der 16-jährige Kellnerlehrling freut sich ganz besonders, denn er bekommt diesmal ausnahmsweise auch ein Bier. Auf Kosten des Hauses. Und vielleicht auch auf seine eigenen Kosten. Denn sein Chef feiert den neuen Gesetzesvorschlag von Arbeitsminister Martin Bartenstein, der derzeit begutachtet wird: Arbeitsinspektoren müssen ihre Besuche künftig "im Regelfall tunlichst" vorher anmelden, außer es sind "Leib oder Leben" der Beschäftigten in Gefahr. Denn, so steht es schon im Koalitionspakt: "Die Arbeitsinspektorate sollen verstärkt eine Dienstleistungs- und Serviceeinrichtung für die Betriebe und deren Arbeitnehmer sein."

"Des is praktisch", meint der Wirt. "Weil der Bua darf ja an sich nicht nach 23 Uhr arbeiten." An sich. "In der Praxis schauts natürlich anders aus. Ich werd ihn heimschicken, wenn das Lokal voll ist. Na, und wenn sich die Inspektoren


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