Schuld und "Bühne"

Theater. Jetzt aktuell: "Der jüngste Tag" von Horvath im Burgtheater, "König Ottokars Glück und Ende" von Grillparzer im Volkstheater.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

Filmemacher behaupten eher selten, dass sie den Film, der gerade ins Kino kommt, deshalb gedreht haben, weil das Thema so aktuell sei. Auch von neuen Romanen oder Kabarettprogrammen wird so etwas schon deshalb praktisch nie behauptet, weil es selbstverständlich ist: Warum sollte jemand einen Film machen oder einen Roman schreiben, wenn er nicht davon überzeugt ist, dass es sich dabei um ein besonders aktuelles Werk handelt?

Nur im Theater ist es anscheinend notwendig, darauf ausdrücklich hinzuweisen. Als ob sie selbst am meisten davon überrascht wären, berichten Regisseure und Regisseurinnen im Vorfeld ihrer Inszenierungen enthusiastisch von der unglaublichen Aktualität der jeweiligen Stücke. Das Zentralorgan für derartige Eigeninserate ist das österreichische Theatermagazin Bühne, in dessen aktueller Ausgabe gleich zwei einschlägige Beiträge zu lesen sind. Da ist zum Beispiel Andrea Breth, die am Burgtheater Horvaths "Der jüngste Tag" inszeniert hat. "Sie war sich mit Burg-Chef


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