Von Carhartt nach Prada

Kunst. Die Bawag-Foundation zeigt neue Arbeiten des österreichischen Allround-Künstlers und DJs Gerwald Rockenschaub.

Kultur | Matthias Dusini | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

Als im Frühjahr 1992 an der Hochschule für angewandte Kunst ein Symposium mit dem Titel "Das ästhetische Feld" stattfand, war das keine akademische Veranstaltung über die These des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, wie der Titel nahe legen würde. Stattdessen sprachen Künstlerinnen und Künstler über ihre Arbeit und performten: Der Amerikaner Jeff Koons verbreitete wortreich den zynischen Flair des Kunstmarkts; das kalifornische Zeichnergenie Raymond Pettibon lehnte sich mürrisch über das Rednerpult und skandierte: "I hate art, I hate painting, I hate everything."

Einen markanten Auftritt legte auch der damals als Neo-Geo-Maler schubladisierte Wiener Künstler Gerwald Rockenschaub, Jahrgang 1952, hin: Er stand an zwei Turntables und einem Mischpult und führte dem Publikum Leitmotive des angebrochenen Jahrzehnts vor: Technomusik und deren Möglichkeit, mit den konventionellen Mustern von (musikalischer) Autorenschaft zu brechen; den DJ als Schleusenwärter und Mandatar einer


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