Schnee auf heißem Brot

H.C. Artmann (1921-2000). Am 4. Dezember verstarb einer, der in Gedichten durchs Leben gegangen war.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

ha! mein derwischen schreck . es blueht die rose ewig .

sind wir auch asch & staub . treibt doch der wein stock ewig .

die schoene nachtigall schluchzt wie vor tausend jahren & wenn ihr vers verklaeng . so blieb doch deiner ewig .

H.C. Artmann: persianisches epigramma auf den großen meister hafiz Als H.C. Artmann vor drei Jahren mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, kam dieser für den Dichter um Jahrzehnte zu spät. "Den hätte ich vor 20 Jahren kriegen sollen, da hätte ich was damit machen können", meinte ein ausgemergelter, von Krankheit sichtlich gezeichneter, zuweilen melancholischer, zuweilen sarkastischer, aber nie wirklich verbittert wirkender Artmann im Gespräch mit dem Falter. Befragt, ob ihn denn zuweilen die Zeit lang werde, antwortete er unmissverständlich: "Mir is immer fad. Ich komm nicht aus dem Haus, ich bin verkabelt, kann Arte empfangen - das ist schon wichtig, ein gutes Programm."

Fernsehen, im Sinne von In-die-Ferne-Blicken, das war von jeher eine


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