Zauberberg und Zauberflöte

Büchertipps. Lassen Sie sich mit dem Geschenkekaufen ruhig noch Zeit: Bis Weihnachten dauert es noch über eine Woche. Wenn Sie aber Wünsche suchen ...

Kultur | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

Händeringend suchen die Rezensenten einen Platz für dieses Buch - und finden ihn neben Nabokov, Thomas Mann oder Musil. Die Rede ist von "Teufelsbrück", dem jüngsten, ebenso raffinierten wie spannenden Roman von Brigitte Kronauer, der vor allem durch seine Sprache berückt. Im Gegensatz zur gängigen Prosalakonik schwelgt Kronauer geradezu in Beschreibungen und Adjektiven: Sie umkreist, umschleicht ihre Gegenstände, ironisch und elegisch, kühl und hochsinnlich, altmodisch und modern zugleich. Da stehen die "abwägenden, schwertlilienhaften, schwertergleichen Blicke" eines Geschwisterpaars neben einem saloppen "That's all!?", und alles hat seine Richtigkeit.

Doch worum gehts? Im Hamburger Elbeeinkaufszentrum stolpert die Schmuckdesignerin Maria Fraulob in die Arme eines Südamerikaners namens Leo Ribbat und verfällt ihm bedingungslos. Zwar beschränkt sich die Konversation dieses Schönlings mit den Zügen eines verwöhnten Kriminellen auf die zehn reichsten Familien Deutschlands,

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