Kunst Kurz

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

In der Wand stecken zwei Nägelchen, daneben hängt ein Poster, auf das eilig "Das Objekt ist abhanden gekommen" geschrieben wurde: Der rote, mit "Das Kapital" signierte Pingpongball von Roza El Hassan ist wohl in der Tasche eines Besuchers verschwunden, der etwas beruhigend Greifbares aus der Secession mitnehmen wollte. Kein Wunder angesichts El Hassans überdeterminierter Objektwelt, die dem Betrachter einiges an spannungsgeladener Unbestimmheit zumutet. In einer sehr persönlichen Retrospektive verteilt die Ungarin auf Galerie und Graphisches Kabinett Skulpturen der letzten Jahre. Darüber hinaus integriert sie in einem als "Leseraum" bezeichneten Ausstellungsabschnitt spärlich kommentierte Projekte von befreundeten Künstlern. Neben den Galerieeingang hat die Künstlerin eine kleine verschleierte Gestalt gesetzt, auf deren Schoß ein oranger Ballon liegt. Diese Skulptur mit dem Titel "R. Thinking About Overpopulation" findet sein nacktes Alter Ego zwei Räume weiter in einer grobschlächtig


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