Nüchtern betrachtet: Grapefruitsaft am Semmering

Kultur | aus FALTER 50/00 vom 13.12.2000

Wie stets möchte ich meine vergangene Wochenendgestaltung zur Nachahmung empfehlen, wenn auch in Grenzen, da ich niemandem dazu raten kann, mit der Frau an meiner Seite einen Kurzurlaub am Semmering zu verbringen - noch dazu auf deren Kosten. Gewiss hat der Semmering mittlerweile schon einige Jahre auf dem Buckel, die Villen, mit denen er bebaut ist, sehen auch nicht mehr alle aus wie zu Schnitzlers Zeiten, und wer weiß, wie sich die ganzen Tunnel, die man so in ihn reinbohrt, auf den Wild- und Nagetierbestand auswirken. Andererseits hat es immer wieder etwas Erbauliches, Schneekanonen sinnlos in der föhngeputzten Landschaft herumstehen zu sehen und Apres-Ski-Bars unterfrequentiert zu wissen. Ach, gewiss gönne ich der ortsansässigen Fremdenverkehrsindustrie satte Umsätze, aber die saisonalen Spitzen können sich ja ruhig antizyklisch zu meiner persönlichen Anwesenheit verhalten. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Es war schwer genug, ein Zimmer zu kriegen, weswegen wir dann auch


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige