Vor 20 Jahren im Falter

... erschien, um der Leserschaft die Preiserhöhung von 10 auf 15 Schilling zu versüßen, eine Gratissondernummer, die allerdings nur das Wienprogramm, das Editorial und ein Gedicht von Christoph Stählin enthielt:

Vorwort | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Schlachtgesang der Falten Lasst uns Falten zusammenhalten in diesen schlimmen Zeiten.

Gegen die Glatten plangemacht, Satten lasst uns tapfer streiten.

Wer kann uns retten?

Es wollen uns glätten mit Feuer und mit Wasser, es wollen uns zügeln, es wollen uns bügeln die alten Faltenhasser.

Der glatte Feind ist unvereint, um Einheit stets bemühet Lasst ihn nur schalten, es gibt ja nur Falten wenn er sich zusammenziehet.

Freut euch, denn Falten kann niemand spalten, lasst nur die Spalten walten.

Falten sind Spalten, wer Falten erhalten will, der spalte Falten.

Komm, du Ritze und bei uns sitze, den faltigen Gestalten.

Das Leben ist faltig und kommt gewaltig stets aus einer Falten.

Von einer Falte zur andern sich faltet die menschliche Geschichte.

Die winzigsten Kinder und Greise nicht minder führn Falten im Gesichte.

Entfaltung bringt Ehrung und Glanz und Vermehrung mit glücklichen Gewalten.

Noch keiner erriet was Falten geschieht wenn sie sich erst entfalten.

Als das Dritte genau in der Mitte der Flügel die Falten liegen.

Die Falten entfalten, falten, entfalten, falten sich und - fliegen.


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