"Es geht um mehr als Geld"

NS-Aufarbeitung. US-Botschafterin Kathryn Hall über Georg W. Bushs Haltung zur Entschädigung jüdischen Eigentums, ihre eigene "arisierte" Residenz und den ersten Beweis, dass der Rechtsfrieden mit den USA auch tatsächlich halten kann.

Politik | Eva Weissenberger und Nina Weissensteiner | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Kathryn Halls Tage in Wien sind bereits gezählt. Der neue Präsident George W. Bush wird die Demokratin im Laufe des nächsten Jahres wohl ablösen lassen. Ein republikanischer Diplomat wird dann die Botschaft in der Boltzmanngasse sowie die Residenz in Hietzing beziehen. Bis dahin hat die aus Kalifornien stammende Botschafterin Hall aber noch jede Menge zu tun: Am Donnerstag, dem 21. Dezember, legt Österreich in Washington erstmals sein Offert zur Entschädigung von jüdischem Vermögen den Opferanwälten und US-Unterhändler Stuart Eizenstat vor. Die zugesagten 2,34 Milliarden Schilling für NS-Opfer, denen Mietwohnungen, gemietete Geschäftslokale, Hausrat und Wertgegenstände geraubt wurden, sind beinahe vertragsfertig, die Abgeltung des verbliebenen Arisierungsbrockens wird aber noch Gegenstand zäher Verhandlungen sein: Dabei geht es um die Entschädigung von liquidierten Unternehmen, Versicherungen und die Restitution der schikanösen Reichsfluchtsteuer, die jüdische Bürger,


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