"Ich bin nicht witzig"

Abschied. Die Herausforderung von 131 Milliarden Schilling Budget genügte nicht mehr: Finanzstadträtin Brigitte Ederer wechselt in die Privatwirtschaft. Die rote Vorzeigefrau über gütige Mütter, politische Kasperln und den Hass der ÖVP.

Politik | Gerald John und Eva Weissenberger | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Wer kennt schon Karl Landsteiner. Der Mann ziert als Nobelpreisträger zwar den Tausend-Schilling-Schein, doch mit dem Blauen assoziieren die Österreicher den Namen Ederer. Immer noch wird Brigitte Ederer auf der Straße von Menschen angehauen, was den nun mit dem ersparten Tausender los sei, den sie einst als Staatssekretärin im Falle des EU-Beitrittes versprochen hatte; da können noch so viele Wirtschaftsinstitute vorrechnen, dass die Preise tatsächlich gesunken sind. Auf ihre Leistungen als Finanzstadträtin von Wien ist die Sozialdemokratin stolzer, auch wenn die wenig Stoff für Mythen hergeben: Ausgliederung der Stadtwerke, Schuldenabbau, Senkung der Arbeitslosenquote und Hightech-Offensive. Nach vier Jahren im Rathaus und insgesamt 18 Jahren in der Politik verlässt die ehemalige erste Bundesprecherin der SPÖ nun ihren Job als erste Finanzstadträtin von Wien und wechselt als erste Frau in den Vorstand von Siemens Österreich. Ihr Nachfolger wird der bisherige Gesundheitsstadtrat


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