Schwarzes Schäfchen

Ausländer. Wochenlange Schikanen, Mobbing und nun die Delogierung: Der Orden "Töchter der göttlichen Liebe" zeigte einer türkischen Studentin, wo Gott wohnt.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Den ersten Fauxpas lieferte Nilgün (Name geändert) wenige Tage nach ihrem Einzug am 13. November. Die türkische Austauschstudentin aus Deutschland lud den Pfarrer der Muttergotteskirche im 3. Bezirk zum Abendessen ein. Dafür benützte sie die Küche im Studentenheim, das die "Töchter der göttlichen Liebe" in der Jacquingasse betreiben. "Wenn man bei uns neu ist", erklärt Nilgün, "dann ist es Sitte, dass man für seine Gastgeber ein Essen gibt." Unglücklicherweise kochte die Studentin schon am Vortag so auf, dass sie die fertigen Speisen nicht im Kühlschrank für die acht Bewohnerinnen unterbrachte, sondern im (beinahe leeren) Kühlschrank der Heimbetreuerin, "Schwester E.", lagern musste. Auf einem Zettel bat sie die Schwester, das Essen bis morgen stehen zu lassen, weil es für den Pfarrer sei. Mehr hatte Nilgün nicht gebraucht: Schwester E. stellte den Neuankömmling am nächsten Tag zur Rede und akzeptierte keine Entschuldigung. Kurz darauf erfuhr die Türkin durch andere


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