Annus horribilis

Medienpolitik. Es war ein böses Jahr. Die Meinungsfreiheit wurde dreifach eingeschränkt: durch die FPÖ, beim ORF und durch einen Zusammenschluss. Ein subjektiver Rückblick.

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Die Rückblicke in den Magazinen fallen spärlich aus. Man flüchtet großspurig ins Internationale. Da gab es in der Tat genug zu bilanzieren, von verrückten Mergern (AOL kaufte Time Warner, der Internet-Startup den alteingesessenen Medienriesen) über die kollabierte Technologiebörse Nasdaq bis zu Konzentrationsprozessen aller Art. Davon reden sie gern, die Magazine, als gäbe es im österreichischen Inland nicht genug zu erzählen. Nur: Dort ist jedermann Partei, dort wird nicht voreingenommen, sondern lieber gar nicht informiert.

Ja, Pressefreiheit war 2000 ein Thema. Hysterie ist stets unangebracht, deswegen hüte ich mich, den Satz, den ich anderswo tatsächlich gesagt habe, so ganz ohne Kautelen und Parenthesen herzuschreiben. Aber ich schreibe ihn hin: "Die Pressefreiheit ist akut gefährdet." Und zwar zum einen durch dieTätigkeit der FPÖ. Beweis: Schon als ich diesen Satz hinschrieb, musste ich daran denken, dass er vermutlich klagbar ist. Eine Partei, die in lächerlichen Detailfragen


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