Schöner Morden

Film. In Claude Chabrols Film "Merci pour le Chocolat" wird in gediegenem Ambiente manierlich gemordet. Ein Krimi, der weniger Fall- als vielmehr Charakterstudie ist.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Sponsored by Villeroy & Boch, Cerutti und Mercedes Benz: Wenn es um die Konstruktion des schönen Scheins geht, lässt sich Altmeister Claude Chabrol nicht lumpen. Setting seines neuen Oberschicht-Krimis "Merci pour le Chocolat" (deutscher Verleihtitel: "Chabrols süßes Gift") ist die französische Schweiz, Sinnbild des gepflegten Wohlstandes. Hier tun die Menschen das, was man sie für gewöhnlich in der Kaffeewerbung tun sieht: Sie spielen Tennis und Klavier, wandeln durch Wohnlandschaften oder treffen in der eigenen Firma wichtige Entscheidungen. Mit einem Wort, sie scheinen ebenso perfekt zu sein, wie die Idylle, die sie umgibt - und gäbe es nicht die kleinen Gelegenheitsmorde im Bekannten- und Familienkreis, vielleicht wären sie es wirklich.

Der Ursprung der Tragödie liegt bei Chabrol in der Harmonie, in einem Zustand scheinbarer Sicherheit, wie ihn die Konstellation Vater-Mutter-Kind vermittelt. Und so steht auch in "Merci pour le Chocolat" - wie schon 1969 in "Der Schlachter"


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige