Der Tod hat es eilig

Film. Johnnie Tos eleganter Hongkong-Thriller "Running Out of Time" kommt fast ohne Gewalt und Tote aus und lehrt den sparsamen Umgang mit Zeit.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Manche wollen Geld, ein Auto, ein Flugzeug oder auch ihre Frau sehen." Der Geiselnehmer blickt den Polizisten durch die Sonnenbrille an: "Ich möchte diese Dinge nicht. Ich möchte nur ein Spiel mit Ihnen spielen. 72 Stunden lang."

Gleich zu Anfang wird das Uhrwerk in Bewegung gesetzt, das Johnnie Tos Thriller antreibt. In einer Rückblende haben wir bereits erfahren, dass der Mann (Andy Lau), der der Geisel die Waffe an den Kopf hält, keine vier Wochen mehr zu leben hat. Nun überträgt sich der Countdown auf den Polizisten (Lau Chig Wan). Das ungleiche Paar ist ab sofort in einem eigenen, begrenzten Zeitsystem gefangen. Auf beide trifft der Titel zu: "Running Out of Time".

Hollywoods Action-Mainstream setzt Countdown-Konstruktionen meist als Vorwand für überhastete Actionsequenzen ein, die den Weg zum Finale weisen. Bei Johnnie To ist alles anders. Zwar drängt die Zeit auch hier, aber die beiden Helden sind durch eine Eigenschaft verbunden, die sie von der Hektik der Massen abhebt:


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