Der Pinsel tanzt

Tanz. Malerei und Tanz haben mehr gemeinsam, als man denkt. "Caravaggio", das neue Stück von Liz King und dem Volksopern-Ballett, ist ein gutes Beispiel dafür.

Kultur | Helmut Ploebst | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Das Ballett der Wiener Volksoper ist keine verknöcherte Nussknacker-Kompanie. Liz Kings Gruppe repräsentiert vielmehr die lokale Spielart einer postmodernen Ästhetik a la William Forsythe. Nach dem Erfolg von "Schwanensee Remixed" steht nun ein neues Stück auf dem Programm: "Caravaggio". Diesmal hat King sich die choreographische Arbeit mit ihren Ensemblemitgliedern Esther Balfe, Mani Obeya und Daphne Strothmann geteilt.

Nicht zufällig setzt sich Tanz immer wieder mit Malerei auseinander. Die traditionelle Pinselfertigkeit ist eine gestische Kunst; alle ihre "bild(geb)enden" Verfahren beruhen auf kontrollierten Bewegungsmustern. Der Mikro-Tanz der pinselführenden Malerfinger hinterlässt Farbspuren auf einer Fläche. Am Ende dieser Arbeit steht ein Überbleibsel, das wir als "Bild" bezeichnen. Der künstlerische Plan in diesem Bild bestimmt die Choreographie der Hand- und Pinselbewegungen.

Wenn wir unsere Sichtweise auf ein Bild so erweitern, dass dadurch auch die arbeitende Hand, die


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