Ein Mann will nach oben

Literatur. Die Karriere ist eine Himmelfahrt, und das Prinzip der interessierten Gleichgültigkeit macht Andersdenkende zu unbedarften Gutmenschen. Über Guy de Maupassants großartigen analytischen Roman "Bel ami".

Kultur | Franz Schuh | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Bel ami" ist der Titel eines Romans von Guy de Maupassant (1850 - 93), und es gibt in der Weltliteratur nur wenige Bücher, die dermaßen spannend und zugleich witzig sind wie "Bel ami". Der Titel scheint einen schönen Mann zu bezeichnen, auch jemanden, der in der Welt nicht schwer Fuß fasst, sondern der es einerseits leicht hat, der aber anderseits sein Glück machen muss, denn er ist, weil nicht wirklich bei den Reichen und Schönen verankert, aufs Glück angewiesen.

"Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami" - ja, in der Tat, der Schein trügt nicht: Georges Duroy, den die Tochter seiner geheimen Geliebten in einem Anfall von Entzücken "Bel ami" nennt, ist ein schöner Mann, der sein Glück erst machen muss.

Zu diesem Zweck nimmt er zwei Wege: Der erste führt über die Frauen, im wahrsten Sinne des Wortes, denn die eine oder andere wird von Duroy überfahren, kommt bei ihm, während er nach oben kommt, unter die Räder.

"Nach oben" ist gesellschaftlich gemeint. Maupassants "Bel ami" ist


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