Stadtrand: Gelockter Mops

Stadtleben | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Weihnachten, die stillste Zeit des Jahres! Jawohl! Man denke nur an die überfallsartig die Menschen überkommenden Phänomene wie den alljährlichen Liebeskoller und die sich verstohlen einschleichende Nächstenliebe. Und dann diese heimlichen, still und leise abgesonderten Düfte: Der Verdauungstrakt ist auch selig. Klingeling: Weihnachten, jawohl, zwei Wochen lang anhaltende Wonne des Fressens und Verfettens. Österreich - ein schmatzendes Tollhaus, Schlaraffia allüberall. Man denke nur an die unzähligen Marzipanengelchen, Schokoplätzchen und Lebkuchenfigürchen, die ihr Leben lassen. Sturzbachartig werden Wein, Bier und sonstiges Gebräu hinuntergeschüttet, obendrauf kommt noch eine Abteilung labbriger Chips und anderer Trödel. Das Resultat des gefräßigen Schlendrians: zum Bersten gespannte Gürtel, prall gefüllte Unterhöschen, im Spiegel glänzt das angemästete Schwabbelfett an den Hüften. Halleluja. Dabei ist man doch genug vorgewarnt: Oder ist etwa der weißhaarige, zottelbärtige Hallodri, der jetzt wieder überall zuwege ist,ein gertenschlanker Adonis? Oder ist derwinzige weißgelockte Mops, den wir jetzt wieder zum Liebkind machen, etwa vollschlank? Die beiden Weihnachtsmöpse sind doch Warnung genug, Himmelherrgottsakrament! Wo. P.


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