Nerzschmerz

Pelz. Internationale Designer haben den echten Pelz wieder entdeckt. Die Damen in der City zeigen wieder mehr Tierfell, in den Fußgängerzonen protestieren Tierrechtsaktivisten dagegen, Kürschner fühlen sich verfolgt und missverstanden. In Wien ist der Kampf um den Pelz wieder voll entbrannt.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 51/00 vom 20.12.2000

Ein echter Schlag ins Gesicht. Eine Frechheit. Gerade ist die Frau im adretten Nerz noch gut gelaunt über die Kärntner Straße geschlendert, hat sich am Charme dieser Stadt erfreut. Und jetzt das. "Willkommen in Österreich - ausgenommen Pelzträgerinnen." Die deutsche Touristin Hannah Peters steht empört vor dem Plakat am Stephansplatz. "Das ist ungastlich. Und diskriminierend." Eilig rafft sie ihre Einkaufssäcke zusammen und flaniert an den Transparenten der Tierschützer vorbei. Nicht ohne eine bösen Blick auf "diese Radikalen" zu werfen.

Pelzträgerin Peters hat einfach Pech gehabt. Sie ist mitten in eine Protestaktion der Tierrechtsaktivisten vom Verein gegen Tierfabriken (VgT) gerannt. Jeden Samstag stehen sie jetzt wieder am Stephansplatz. Sie protestieren vor allem gegen Pelztragen, aber auch gegen Massentierhaltung, Zirkustiere und für Vegetarismus. Am provisorischen Informationsstand gibt es diverse Broschüren mit Bildern von gequälten Pelztieren und eine Unterschriftenliste


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