STANDPUNKT: Hausmeister

Politik | aus FALTER 02/01 vom 10.01.2001

Peter Westenthaler ist aus dem Urlaub zurück - und nimmt sich sofort seiner Stoppt-die-Ausländer-wo-es-nur-geht-Bewegung an. Falls die Informationstechnologie- (IT-)Branche mehr Fachkräfte benötige, könne das nur auf Kosten der Familienzusammenführung gehen, sagt er: Man müsse entscheiden, "was wichtiger ist". Dreimal darf man raten welche Lobby stärker sein wird - Wirtschaftskapitäne oder Ausländer. Die Reaktion der Oppositionspartei SPÖ fiel zunächst brustschwach aus. In der Presse forderte Alfred Gusenbauer eine neue Ausbildungsschiene (die SPÖ hätte sie zu Regierungszeiten einführen können, schließlich prognostizieren Wissenschaftler schon seit Jahren Engpässe am Arbeitsmarkt). Erst wenn das nicht greife, solle die Zuwandererquote erhöht werden. Bei der SPÖ-Neujahrstagung plädierte Gusenbauer dann doch für eine sofortige Anhebung, die Regierung bleibt jedoch stur: "Wir bilden selber aus!" Gegen bessere Ausbildung wird niemand etwas haben. Fragt sich nur, was das Unternehmen, die schon jetzt verzweifelt nach IT-Experten suchen, nützt, wenn frühestens in eineinhalb Jahren die ersten Absolventen zu erwarten sind. Und was dagegen spricht, dass sich diese Firmen einfach ihre Kräfte im Ausland suchen dürfen. Außer dem Hausmeisterargument "Da könnt' ja jeder kommen". G. J.


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