DOLM DER WOCHE: Karl Blecha

Politik | aus FALTER 02/01 vom 10.01.2001

Alten Männern (Staberl, Dichand) lässt man in Österreich gerne einiges durchgehen. Vielleicht hat das den rüstigen Rentnerpräsidenten Karl Blecha animiert, auch einmal kräftig auf den Putz zu hauen. Bei einer Solidaritätsveranstaltung für Palästina zog der ehemalige Innenminister kräftig gegen Israel und "die Zionisten" vom Leder. Die Brandrede gipfelte in der Behauptung, dass "Wortbrüche eine zionistische Tradition haben". Blecha bestreitet das Zitat nicht, will es aber nur im Zusammenhang mit den Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern verstanden wissen. So hat er es aber nicht gesagt. Und gerade ein reifer Mann wie Blecha sollte wissen, wie solche Sager hierzulande gerne verstanden werden. Parteichef Gusenbauer hat sich unlängst für antisemitische Töne mancher Sozialdemokraten gegen Simon Wiesenthal in der Kreisky-Ära entschuldigt. Nicht allen Sozis scheint dabei ein Licht aufgegangen zu sein.


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