Hysterische Coolness

Kommentar. Coolness oder Hysterie - worum es beim so genannten "Match der Intellektuellen" wirklich geht.

Vorwort | Isolde Charim | aus FALTER 02/01 vom 10.01.2001

Der politische Konflikt, der das Land seit Beginn dieser Regierungskoalition beherrscht, wird nicht nur an seinem Hauptschauplatz ausgetragen. Er hat auch regionale Formen - etwa in der Theorie. Dies wurde im Standard als "Match der Intellektuellen" bezeichnet, wo "Coolness" gegen "moralische Kritik" antritt.

Tatsächlich ist es kein "Match", sondern eine Auseinandersetzung um die Interpretation der Ereignisse, um die Frage: Bedeutet der Regierungswechsel ein Mehr an Demokratie - oder ein Weniger? Es ist erstaunlich, dass solch eine grundlegende Frage so unterschiedliche Antworten erfahren kann.

Für die "Coolen" ist die Situation eindeutig: Wir erleben derzeit einen Zuwachs an Demokratie. Der Zustand davor war ihnen doppelt unerträglich: Zum einen habe die große Koalition das ganze Land durch den "sozialpartnerschaftlich verwalteten Fürsorgestaat" erstickt und zum anderen sei dieser Stillstand mit einer umfassenden "Entpolitisierung" einhergegangen. Diese Entpolitisierung aber blieb unsichtbar

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