Streifenweise

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 02/01 vom 10.01.2001

Mitten im Film einmal gibt es eine Abblendung, danach ein Insert: "Vier Jahre später". So lange sitzt Chuck Noland, ein Bediensteter von Federal Express und einziger Überlebender eines Flugzeugabsturzes, auf einer unbewohnten Insel fest. Wenn der Film dann weitergeht, hat der Held, gespielt vom unvermeidlichen Tom Hanks, einen Vierjahresbart und das Schlimmste bereits hinter sich: Die Erkenntnis, dass nichts und niemand the world on time hat, wie der Wahlspruch seiner Firma ihn einst glauben machte.

Robert Zemeckis' "Cast Away" (dt.: "Verschollen") ist die Geschichte eines modernen Robinson Crusoe, sein Freitag ein Basketball mit einem Gesicht, gemalt mit Blut. Interessanter die zweite Idee, die der Film hat: 90 Minuten lang gibt es keine Musik; erst als der Held auf einem Floß zur Rückkehr in die Zivilisation aufbricht, setzt der Score ein. Die Geschichte basiert übrigens auf wahren Begebenheiten. Man glaubt sie trotzdem nicht. Vor allem nicht die Liebesgeschichte rundum, in der Helen Hunt als Hanks' love interest eine undankbare Rolle und unspielbare Szenen zu bewältigen hat (ähnlich wie in Altmans "Dr. T. & The Women", wo sie Richard Geres love interest gibt - demnächst im Kino). Sollte Tom Hanks zur nächsten Oscar-Nacht jedoch ohne Basketball erscheinen, nehmen wir alles zurück und "Cast Away" mit auf die Insel.

Den Wechselwirkungen zwischen Bild, Ton, Musik widmet sich das aktuelle Programm von Sixpack Film. AudioVisionen II präsentiert eine Auswahl von Musikvideos, die in Zusammenarbeit elektronischer Musiker (Pure, epy, Radian u.a.) mit Videokünstlern wie Paul Divjak, tinhoko, Michaela Schwentner oder reMI entstanden und zum Teil erstmals auf der großen Leinwand zu sehen sind (Filmcasino, Do, 11.1., 22 Uhr).


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