"Das Leben ist originell!"

Literatur. Ein Klassiker der Weltliteratur harrt noch immer des Publikums, das er verdient: Italo Svevos grandioser Roman "Zenos Gewissen" liegt in neuer Übersetzung vor.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 02/01 vom 10.01.2001

Wissen Sie, dass Sie ein verkannter Schriftsteller sind?", eröffnete ein junger Englischlehrer dem Triestiner Industriellen Ettore Schmitz, dem er Privatstunden gab. Der Englischlehrer war niemand Geringerer als James Joyce, und Ettore Schmitz, der dem um 21 Jahre jüngeren und damals noch völlig unbekannten Kollegen seine ersten beiden Romane zu lesen gegeben hatte, sollte unter dem Namen Italo Svevo erst Jahrzehnte nach dieser Begegnung im Jahr 1907 die verdiente Beachtung finden. Nachdem sein 1892 erschienenes Debüt "Ein Leben" ("Una Vita") noch wohlwollende Kritiken erhalten hatte, war der sechs Jahre später erschienene Roman "Ein Mann wird älter" ("Senilita") schlicht und einfach ignoriert worden; Svevo zog die Konsequenzen: "Ich fügte mich", so schreibt er, als 1927 die Neuauflage von "Senilita" erscheint, "einem so einmütigen Urteil (es gibt keine vollkommenere Einmütigkeit als die des Schweigens) und enthielt mich fünfundzwanzig Jahre lang des Schreibens."

Der dritte Roman


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