Nüchtern betrachtet: Wie mir unlängst Schönes begegnete

Kultur | aus FALTER 02/01 vom 10.01.2001

Selbstverständlich habe ich über den Jahreswechsel, den ich mit Schnee (keine Metapher!) und Alkohol (keine Metapher!) beging, einige sehr schöne Sachen erlebt. Menschen, deren Silvesterlaune durch Sätze wie "Herzlich willkommen zur letzten Sport-Livesendefläche im heurigen Jahr" nicht sprunghaft ansteigt, haben Silvester nicht verdient und sollen in die Hölle des Missmuts gestoßen werden, wo sie ein Einbettzimmer mit Michel Houellebecq und Klo am Gang bewohnen müssen. Auch am Neujahrstag wurde ich überreich beschenkt: Nicht nur mit einem blitzeblau gewienerten Wintervormittag, den ich mit meiner neuen orange-grauen Asics-Jacke durchtrabte, sondern auch mit einer herzergreifenden Szene auf dem Bahnsteig des Bahnhofes Traisen, auf dem eine Tochter - sie mochte vielleicht zwölf sein, vielleicht auch 21 - die Kopfhörer ihres Discmans in die Ohren ihrer Mutter stöpselte. Die wars zufrieden und erkundigte sich nach dem CD-Vorrat. Haben wir nicht alle verlernt, die Kopfhörer unserer


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige