"Den Kackhaufen aufheben"

Stadtgeschichte. Vom Scheißen und Brunzen - erstmals legt ein Stadthistoriker eine umfassende Geschichte der öffentlichen Notdurftverrichtung vor.

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 02/01 vom 10.01.2001

Der feinen Dame ging es in der Epistel sprichwörtlich um das Eingemachte respektive um dessen weiteres Schicksal: "Sie sind in der glücklichen Lage, scheißen gehen zu können, wann Sie wollen, scheißen Sie also nach Belieben. Wir hier sind nicht in derselben Lage, hier bin ich verpflichtet, meinen Kackhaufen bis zum Abend aufzuheben; es gibt nämlich keinen Leibstuhl in den Häusern an der Waldseite." Die Herzogin Liselotte von der Pfalz beklagte 1694 in einem deftig-herzhaften Brief bitter den Mangel an öffentlichen Aborten. Beim Abfassen muss es in der Darmgegend der Hochwohlgeborenen wohl gerumpelt haben: Gar nicht etepetete, variiert die Herzogin in dem Brief dreißig Mal das Wort "Scheiße": "Und ich scheiße nicht bequem, wenn sich mein Arsch nicht hinsetzen kann."

Auch Peter Payer, 39, verspürt noch ein leichtes Nachbeben in der Magenregion: "Ich habe das Buch in meinem Innern vor zwei Jahren abgeschlossen." Der Wiener Stadtforscher und Historiker, der über die Beschäftigung


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