Stadtmensch

Stadtleben | aus FALTER 02/01 vom 10.01.2001

Der Jahreszeit, die man als "Winter" bezeichnet, weint Kurt Qeder, 44, keine Träne nach, und seit 1978 bei der MA 48 beschäftigt, jener Magistratsabteilung, die sich mit Herz des Mists der Stadt annimmt. Die kalte, jedoch schneefreie Zeit stürzt ihn weder in eine berufliche Krise noch in Depressionen: "Wir sind froh, wenn kein Schnee fällt." Qeder, der als Straßenkehrer begonnen hat und mittlerweile als Aufseher die Aufgeräumtheit der Straßen des ersten Bezirks verantwortet, erinnert sich, dass um 1995 herum letztmalig Maßnahmen gegen die weiße Pracht gesetzt werden mussten: "700 freiwillige Schneearbeiter standen vor der Tür, wir hatten Gulaschkanonen im Einsatz." Heuer, da Schnee und Schneearbeiter ausbleiben, kümmert sich Qeder mit einem siebenköpfigen Team um die zehn "Kehrbezirke" der Innenstadt, repariert Schlaglöcher oder schneidet skelettierte Fahrräder los. Wo. P.


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