Seegurke goes Manga

LITERATUR Mit "Amrita", ihrem bislang besten und längsten Buch, gelingt es Banana Yoshimoto, den Leser für die fantastischsten Dinge und sogar den Sinn des Lebens zu interessieren.

Kultur | MARTIN AMANSHAUSER | aus FALTER 03/01 vom 17.01.2001

Banana Yoshimoto ist eine der Autorinnen, die an einem einzigen Buch gemessen werden: 1988 erschien "Kitchen" (im Original "Kitchin"), und die damals 24-Jährige wurde mit einem Schlag berühmt. Seit damals dürften die Literaturdiplomanden und -dissertanten Japans damit beschäftigt sein, den Einfluss der Manga-Ästhetik auf Yoshimotos Erstling nachzuweisen; denn die Rezensenten von "Kitchen" hegten und pflegten das Missverständnis, die Autorin verwende "die grelle Zeichensprache des Comics". Dieser Werbeslogan machte den Roman "auch außerhalb Japans, zum Beispiel in Italien" (Klappentext von Diogenes) zu einem Welterfolg. Wobei "Kitchen" die Leser in Fans und Gegner spaltet. Zeigen sich die einen von Yoshimotos unangestrengter Sprache beeindruckt, werfen ihr die anderen vor, nicht einmal den Ansprüchen an einen Mittelschulaufsatz zu genügen. Mittlerweile hat die Autorin, auch nicht faul, mit "N.P.", "Dornröschenschlaf" und "Tsugumi" ihre Bandbreite erweitert. Nun zieht sie mit "Amrita"


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