Zwischen Liebe und Hass

Grüne. Absurder Aktionismus, provokante Plakate, Alexander Van der Bellens Aufstieg zum Medienstar - Stefan Schennach ist an alledem mitschuldig. Nach 13 Jahren wirft Schennach, Pressesprecher und graue Eminenz der Grünen, das Handtuch.

Politik | Gerald John | aus FALTER 03/01 vom 17.01.2001

Servietten können manchmal den Lauf der Geschichte ändern. Zum Schlechten, wie in Bosnien, das sich Slobodan Milosevic' und Franjo Tudjman gemäß einer Skizze auf einer Stoffserviette aufteilen wollten. Oder aber zum Guten, wie in einer Wiener Privatwohnung im Jahr 1991. Es war eine jener endlos langen, aber fruchtlosen Sitzungen der noch jungen grünen Partei. Beraten wurde die Strategie für die wichtigen Wiener Wahlen, und die bis dahin vorliegenden Werbekonzepte deuteten auf glattes Scheitern hin. Derart lähmend war die Konferenz, dass Kommunikationschef Stefan Schennach sogar einschlief. Doch plötzlich, etwa um zwei Uhr früh, schnellte Schennach von seiner Lehne nach vorne hoch, schnappte sich einen Kugelschreiber und begann schlaftrunken auf einer Serviette herumzukritzeln: Einen Baum zeichnete er, hinter dem ein neugieriges Gesicht hervorlugte. Das Plakat "Pilz gegen Filz" klebte bald darauf in ganz Wien. Die Grünen schafften erstmals den Einzug in den Wiener Landtag.

Peter


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