Gut geölte Maschine

Baukartell. Die legendäre "MA-28-Runde" steht vor Gericht. Die entscheidende Frage des Prozesses: Wo beginnt Korruption und wo endet das "volkswirtschaftliche Interesse" an gesunden Baufirmen?

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 03/01 vom 17.01.2001

Pensionierte Ingenieure, nervöse Manager, unbescholten und begleitet von den besten Anwälten. So sieht sie also aus, die berüchtigte "MA-28-Runde" (benannt nach der für den Straßenbau zuständigen Magistratsabteilung 28), jene Gruppe von Baumanagern, die sich - so die Anklage - in regelmäßigen Abständen an geheimen Orten getroffen haben soll, um Ausschreibungsbedingungen zu umgehen.

Geht es nach den Vorstellungen des Staatsanwaltes, dann hat da am vergangenen Montag ein "Kartell", eine "gut geölte Maschine" Platz genommen, die dafür gesorgt hätte, dass in Wiens Straßenbau kein fairer Wettbewerb mehr stattfinden würde. Die Anwälte der Beschuldigten bestreiten das: Medial vorverurteilte Schiffbrüchige seien sie gewesen, die sich an eine Planke klammerten, um das Überleben ihrer Firmen zu sichern. Nein, sie wollen hier auch keine weiteren Fragen beantworten. Wird ohnedies nur alles verdreht. "Durch ihr Schweigen demonstrieren sie unbeabsichtigt, wie stabil das Kartell ist",


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