Wahl der Mittel

Kommentar. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk im Zeitalter seiner Demontage

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 03/01 vom 17.01.2001

Die Krone droht mit "Zusammenarbeit" (noch mehr?), in seltsamer Wortgleichheit stellen der Herausgeber und sein ehemaliger Geschäftsführer, derzeit bei RTL im Training, die Forderung, der ORF möge "den Bürgern" zurückgegeben werden. Die Fellners schweigen beredt. Die Provinzhäuptlinge rotten sich zur finalen Umarmung mit dem ORF zusammen, Werbespots aller Medien ergießen sich über das Glotzvolk.

Unsitten reißen ein, wie im nebenstehenden Artikel beschrieben. Unterbrecherwerbung, Product-Placement, Unterschleifungen und Einschleichungen aller Arten. Öffentlich-rechtlich, was soll das noch sein? Ein derart durchkommerzialisierter Sender, können die einen sagen, hat keinen öffentlich-rechtlichen Daseinszweck. So etwas soll man gleich die kommerziellen machen lassen. Die aber sind auch nicht blöd und haben einen Plan: Sie wollen den öffentlich-rechtlichen alles Kommerzielle verbieten, weil das ihr Geschäft stört. Dieses Konzept ist leicht durchschaut: Den Öffentlich-Rechtlichen jede Geschäftsberechtigung absprechen und sie dann für geschäftsunfähig erklären.

Dagegen müssen sich die Öffentlich-Rechtlichen wehren dürfen. Allerdings müssen sie bei der Wahl ihrer Mittel achten, nicht selbst dem zum Verwechseln ähnlich zu werden, von dem sich zu unterscheiden ihre Daseinsberechtigung darstellt.


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