Kranke Gehirne?

Aboblockade. Der "Falter" hat in Mödling gelegentlich Verspätung. Eine Verschwörung?

Medien | Gerald John | aus FALTER 03/01 vom 17.01.2001

Das Böse ereilte Mödling mit einiger Verspätung. Als die Wiener Leserschaft schon längst wusste, dass Peter Westenthaler diesmal die "Best of Böse"-Wahl des Falter gewonnen hatte, warteten viele Abonnenten in Mödling noch immer auf die traditionelle Doppelausgabe zum Jahresende. Der Falter musste die Ausgaben nachschicken, damit die Abonnenten doch noch zu ihrer Lektüre kamen.

Leider kommt es immer wieder vor, dass der Falter irgendwo zwischen Wien und Mödling auf der Strecke bleibt. Aufmerksamen Beziehern will dabei ein Muster aufgefallen sein: Ausgaben, die mit FPÖ-kritischen Themen am Cover aufwarten, sollen besonders zum Verschwinden neigen. Mögliche Lage des Bermuda-Dreiecks: das Postamt am Wiener Westbahnhof, über das der Falter ausgeliefert wird. Dort arbeitet ein Beamter, der inMödling als Stadtrat für die FPÖ fungiert. Soweit das Gerücht.

Mehr als das sei die ganze Geschichte auch nicht, meint Thomas Seger, Postler und blauer Stadtrat in Personalunion: "Dieses Gerücht wurde in einem kranken Gehirn geboren", sagt Seger: "Ein Blödsinn von A bis Z. Ich behandle alle Zeitungen gleich." Außerdem arbeite er gar nicht in der Abteilung für Zeitungsauslieferungen, sondern sei im Briefpostamt beschäftigt - wo er allerdings, wie er zugibt, schon dann und wann den Falter in die Finger bekomme. "Aber solche abstrusen Dinge tue ich nicht", beteuert Seger: "Auch wenn mir Inhalt und Richtung Ihrer Zeitung nicht liegen: Medien gehören zur Demokratie."

Seger hält es für möglich, Opfer einer Intrige geworden zu sein: "Ich bin schließlich auch freiheitlicher Personalvertreter und habe mir als solcher sicher einige Feinde gemacht. Denn es laufen viele Betonierer herum."


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