Parlez-vous Fassbinder?

Film. Der Franzose Francois Ozon inszeniert Fassbinders frühes Stück "Tropfen auf heiße Steine" als facettenreiches Siebzigerjahre-Kammerspiel.

Kultur | Maya McKechneay | aus FALTER 03/01 vom 17.01.2001

"Und die Vorstellung von einer schönen Liebe ist eine schöne Vorstellung, aber die meisten Zimmer haben vier Wände, die meisten Straßen sind gepflastert, und zum Atmen brauchst du Luft."

Rainer Werner Fassbinder, 1971 Wollen Sie ein Spiel spielen?" Der ältere Herr steht vom Sofa auf und nähert sich dem rot gelockten Jungen. Die Kamera zeigt die Mitte seiner eng geschnittenen Anzughose in Großaufnahme. Es ist klar, dass es hier nicht um "Mensch ärgere dich nicht" geht, und doch landen die beiden erst mit dem Brettspiel auf dem Teppich, und dann im Bett.

"Tropfen auf heiße Steine" (französisch: "Gouttes d'eau sur pierres brulantes") ist eines der frühen Theaterstücke Fassbinders, der gerade mal 20 war, als er es schrieb. Inszeniert hat er es selber nie. Irgendwie wirkt dieses Drama in vier Akten unbehauen, unvollendet. Wie in allen Stücken Fassbinders geht es um die Unmöglichkeit zu lieben: Die beiden, die zueinander nicht finden können, sind der alternde Versicherungsvertreter


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