Polizisten im Nebel

Krimi. In Henning Mankells soeben übersetztem Wallander-Krimi "Der Mann, der lächelte" tun sich die Abgründe des schwedischen Kapitalismus auf.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 03/01 vom 17.01.2001

Der Mann, der lächelte" ist zwar nicht der jüngste, wohl aber der jüngst übersetzte Roman der schwedischen Krimi-Manufaktur Henning Mankell. Chronologisch liegt das 1994 im Original erschienene Buch an vierter Stelle von insgesamt neun im Jahrestakt erscheinenden Romanen, in denen Kommissar Kurt Wallander ermittelt.

Geeichte Wallanderisten können, so hat mir einer von ihnen versichert, aus diesem editorischen Faktum interessante Dinge über die Entwicklung bestimmter Motive ableiten. Ich muss gestehen, Mankell-Novize zu sein; und weil ich nicht daran zweifle, dass die hymnischen Kritiken und die Begeisterung Hunderttausender Mankell-Fans gute Gründe hat, kann ich nur vermuten, dass "Der Mann, der lächelte" ein denkbar ungeeigneter Einstieg ins Universum des frustrierten, aber aufrechten Kommissars ist.

Schon der Beginn des Romans strotzt von Klischees: Auf plumpest mögliche Weise wird da diffuse Bedrohung evoziert: "Nebel. Er schleicht lautlos heran wie ein Raubtier, dachte er." Sechs


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