Asphaltkühe

BSE. In Wien ist die Kuh-Welt noch in Ordnung: Auch weil hier nur mehr gezählte 87 Rinder leben. Ein Dutzend davon am Hof von Edeltraud Kamprath, einer der letzten Bäuerinnen der Stadt.

Stadtleben | Julia Ortner | aus FALTER 03/01 vom 17.01.2001

Die Ulli kann wirklich nichts dafür. Genauso wenig wie ihre Nachbarinnen, die Susi oder die Melli. Mit großen braunen Augen und unschuldigem Blick kauen die drei gerade auf ihrem Mittagessen herum. Sie sehen zufrieden aus. Und gar nicht wahnsinnig. "Des BCE, den Rinderwahn, damit ham meine Viecherln nix zum tun. So was gibts bei uns net." Edeltraud Kamprath regt sich jedes Mal auf, wenn sie über BSE reden muss. Da kann es schon passieren, dass die alte Bäuerin den Namen der Rinderseuche verdreht. Denn so etwas Unglaubliches wie diese Krankheit ist ihr in 30 Jahren Landwirtschaft noch nicht untergekommen.

Dass ein echter Landwirt seine Tiere nämlich mit dem mutmaßlichen BSE-Überträger Tiermehl füttern kann, versteht Frau Kamprath nicht. "Einem Viecherl ein anderes Viecherl zum Fressen geben - des is krank. Solche Bauern wolln nur billiger produzieren." Edeltraud Kamprath steht mit einem alten löchrigen Arbeitskittel, Gummistiefeln und Mistgabel im Stall. Klein und gebeugt von der


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