AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 04/01 vom 24.01.2001

Eintausenddreihundertundfünfzig Freiwillige kennt das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, die ab 1936 nach Spanien gingen, um sich in die Internationalen Brigaden einzureihen. 1939 fanden sie sich in Internierungslagern in Südfrankreich wieder. Im Lager Gurs kalligraphierte eine Gruppe von ihnen im Juli 39 ein Erinnerungsbuch. Hans Landauer, der sich mit 16 Jahren den Brigaden anschloss und heute das Spanien-Archiv im Dokumentationszentrum leitet, hat das "Album Gurs" zusammen mit Erich Hackl als Faksimile herausgegeben. Angereichert mit Auskünften über die Schicksale der Kämpfer und mit Fotos. Wen störts, dass sich die beiden Herausgeber für eine publizistische Ehrerbietung entschieden haben, nachdem die offizielle Würdigung auch in postfaschistischen Zeiten ausblieb? Höchstens den, der rhetorisch auf der Bugwelle eines böse zusammengebrochenen Realsozialismus schwimmt, auf dass wirklich alles Rote unter dem Stichwort Stalin versinke. Anstatt das Engagement


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