"Schaue nur Fußball-WM"

Fernsehen. Warum "Experte" Konrad Paul Liessmann fast nie in die Röhre glotzt.

Medien | Gerald John | aus FALTER 04/01 vom 24.01.2001

Als "Experte" wird der Philosoph Konrad Paul Liessmann gerne zu Diskussionen über das Fernsehen eingeladen - so auch bei der Enquete zur Zukunft des ORF vergangene Woche. Allerdings tauchten Zweifel an seiner Qualifikation auf - denn ein böses Gerücht machte die Runde.

Herr Liessmann, stimmt es, dass Sie gar keinen Fernseher haben?

Nicht ganz. Ich besitze schon einen, aber der ist die meiste Zeit gut verräumt. Nur alle vier Jahre zur Fußball-Weltmeisterschaft packe ich ihn aus.

Wie können Sie dann über die Zukunft des ORF mitdiskutieren?

Ich reduziere öffentlich-rechtlichen Rundfunk ja nicht nur auf das Fernsehen. Schließlich bin ich braver und täglicher Hörer von Ö1. Beim TV halte ich es eher mit Hans-Magnus Enzensberger: Das Fernsehen ist ein Null-Medium. Man schaltet es ein, um abzuschalten.

Und das tun Sie nie?

Doch. Wenn ich in diversen Hotels herumlungere, verringere ich mein Fernsehdefizit.

Und das reicht zum Mitreden.

Ja. Wenn zweimal im Jahr der Fernseher läuft, weiß man alles. Ich kann mir unter einer Talkshow schon etwas vorstellen. Und wegen Taxi-Orange habe ich sogar einmal meinen Fernseher aufgestellt, weil sich das ein TV-Naivling ja nicht ausmalen kann. Es war sehr erhellend. Worum es geht, habe ich trotzdem nicht verstanden.


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