Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 04/01 vom 24.01.2001

Vor 20 Jahren war es eine ganz große Sache. Der Knaller am Samstagabend. Gut, damals hat es auch noch nicht viele andere Knaller gegeben, aber "Wetten, dass" hatte einfach Klasse. Etwas flotter als EWG ("Einer wird gewinnen"), spektakuläre Wetten, sehr berühmte Menschen. So etwas durften auch wir Kinder anschauen: die Samstagabende mit den Großeltern, Soletti, Frank Elstner und viel Cola (war zu Hause verboten) hatten ihren Reiz - solange man unter zehn war. Nostalgie ist alles, was bleibt, hat man die letzte Show gesehen. Nur wirklich miese Wetten: Ein komischer Typ fummelt mit verbundenen Augen jungen Frauen an Beinen und Hüften herum, um ihre Strumpfmarke zu erraten. Und Thomas Gottschalk wird zur Witzfigur. Mit fetten Hüften, Fönlocken, Anzügen für einen 20 Jahre jüngeren Mann und schlechtem Schmäh. Kein Wunder, dass ihm der ausgeht, bei immer mieseren Quoten und Gästen aus der zweiten und dritten Promi-Liga. Schwarzenegger, Lopez und Co. drängen nicht mehr auf seine Wett-Couch - dafür darf ein deutsches HipHop-Mausi wie Sabrina Setlur erzählen, dass sie echt kein Baby von Boris Becker bekommt. Ein ziemlich trauriger Abend.


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