Kommentar: Kreativität als Standortfaktor


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 04/01 vom 24.01.2001

"Künstler, die noch in Feindschaft zu den Unternehmern leben, sind ungebildet, peinlich und feige. Sie suchen den Applaus im engsten Kreis, diese langweilige Wixerei in der Gesellschaftsform des kleinen Rudels", schrieb der für Kultur, Kapital und Rudelwichsen gleichermaßen zuständige Helmut A. Gansterer im profil. Wäre er mit Heller- und Schüssel-Hagiographien nicht ausgelastet, man hätte ihn eigentlich zum Kunststaatssekretär machen können, denn die Versöhnung von Kunst und Kohle ist auch Franz Moraks oberstes Anliegen.

Neben "Evaluierung" ist "Kreativwirtschaft" die Lieblingsvokabel des seit Februar 2000 im Amt befindlichen Staatssekretärs, und wer sich darunter nichts Genaues vorstellen kann, dem hilft ein von Morak verfasstes Positionspapier weiter, das Mitte Jänner 2001 beim ÖVP-Bundeskongress in Alpbach diskutiert wurde. In "Kreativität und Wirtschaft: Ein Konzept für den Standort Österreich" kann man nachlesen, dass die Kulturpolitik auf die "Herausforderungen der

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