Die schwarze Hand

Kulturpolitik. Hat der seit einem Jahr amtierende Kunststaatssekretär Franz Morak eine kulturpolitische Wende herbeigeführt? Kritiker beklagen jedenfalls buchhalterische Besessenheit, politisch motivierte Repressionen, mangelnde Information und eine fragwürdige Personalpolitik.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 04/01 vom 24.01.2001

Die Voraussetzungen, unter denen Franz Morak vor einem Jahr sein Amt als Kunststaatssekretär antrat, waren denkbar schlecht. In seiner Politkarriere war er bis dahin als Kultursprecher der ÖVP mit Hang zur Zivilcourage aufgefallen, der auch schon mal - in Sachen Lauschangriff, Homosexuellenparagraph oder 0,5 Promille - gegen den Mainstream der Partei anschwamm. Der Umstand aber, dass Morak durch den Wechsel in die schwarz-blaue Regierung seine Jahre davor geleistete Beteuerung gebrochen hatte, für eine Koalition "mit dieser F" nicht zur Verfügung zu stehen, stieß auf wenig Sympathien: "Weh dem, der lügt" titelte etwa die Süddeutsche. Angesprochen auf seinen Gesinnungswandel erklärte der Neo-Kunststaatssekretär bei verschiedenen Gelegenheiten a) nach wie vor zu jedem Punkt seiner Kritik zu stehen; b) in der Vergangenheit wie "jeder vernünftige Mensch" gegen die Äußerungen der Freiheitlichen protestiert, aber "nie Ausgrenzungspolitik betrieben" respektive c) einen Paradigmenwechsel


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