Ein Handbuch für Eroberer

Literatur. In seiner Familiensaga "Der Glaspalast" schildert Amitav Ghosh auf eindrucksvolle Weise, wie sich der britische Kolonialismus den indischen Subkontinent unterwarf.

Kultur | Christian Zillner | aus FALTER 04/01 vom 24.01.2001

Die Invasion ging so glatt vonstatten, dass sie selbst diejenigen in Erstaunen versetzte, die sie vorbereitet hatten. Am 14. November 1885 überquerte die Flotte des Britischen Empires die Grenze zu Birma", schreibt der indische Autor Amitav Ghosh in seinem großen Roman "Der Glaspalast", der als "der ,Dr. Schiwago' des Fernen Ostens" apostrophiert wurde.

"In the end of the day", würde ein Engländer wohl sagen, beruht die Geschichte des Kolonialismus auf Missverständnissen. Wie Ghosh in seinem Buch zeigt, kommt es freilich darauf an, diese Missverständnisse für die eigenen Zwecke auszunutzen. Im Fall des burmesischen Königshauses schätzt die ehrgeizige Supayalat, Frau von König Thebaw, ihre militärische Lage falsch ein und fordert Zölle von einer britischen Holzhandelsgesellschaft. Die Briten beginnen daraufhin den Krieg, nehmen die königliche Familie gefangen und verbannen sie nach Indien.

Im Roman erkundigt sich der britische Oberst Sladen unter den Höflingen nach Freiwilligen,


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