Phettbergs Papierkorb: Einfühlungsvermögen

Stadtleben | aus FALTER 04/01 vom 24.01.2001

Ich erinnere mich noch, ich ging ins Stift Klosterneuburg und hatte mir davor keine Vorstellung entwickelt, was dort nun geschehen würde mit mir oder überhaupt.

Nichts ertragen von null auf hundert. Wenn wer kommt und ich bin gespreizt montiert, der Zugriff frei, und man quetscht mir die Warzen, ertrage ich es überhaupt nicht. Zucke panisch zusammen. Enttäuscht und angewidert gehen alle wieder und lassen mich weitere hundert Jahre hängen. Wieso wissen die nicht und können es nicht einfühlen, was es für einen heißt, der jahrelang umsonst wo hängt, ausgesetzt und wartend, dass der plötzliche absolute Schmerz auf den untrainierten Warzen nicht auszuhalten ist. Und wie soll ich die Schmerzen kontemplieren können, wenn sich nie wer länger mit mir abgibt als diesen kurzen Moment der Enttäuschung und wieder weggeht?

Als ich noch Sado sein durfte manchmal, wie sehr verstand ich die ausgelieferten Nervenenden der dargereckten Häute! Ich näherte mich, erzeugte die Hörigkeit, und wenn


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