Standpunkt: Erlaubte Drogen

Politik | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

Man kann ja verstehen, dass sich Politiker auf schreckliche aktuelle Themen setzen und dann ihrepolitischen Forderungen erheben. Bei Kinderschändern, Alkorasern undbrennenden Tunnels fordern sie rasche Lösungen und präsentieren Patentrezepte. Kein Wunder, dass die schrecklichen Unfälle, die durch drogenkranke Lenker verursacht wurden, Politiker zu wohlfeilen Statements verlocken. Doch manchmal kommt man aus dem Staunen nicht heraus:Da fordert der Jus-Professor und ÖVP-Klubobmann Andreas Khol unisono mit seinen blauen Freundenanlässlich eines Unfalles im Drogenrausch eine "Herabsetzung der erlaubten Drogengrenzmengen". Eine Forderung, die sich sogar im Regierungsprogramm findet und nächste Woche umgesetzt werden soll. Unsinn wird nicht richtiger, wenn man ihn wiederholt. Es gibt keine "erlaubten Drogen". Das Suchtmittelgesetz unterscheidet mit gutem Grund zwischen geringfügigen und großen Mengen. Der Sinn: Drogenkranke, die ihre Tagesration mitschleppen, sollten nicht zusammen mit Großdealern ins Gefängnis geworfen werden. Statt einer Haftstrafe sollten sie eine Therapie bekommen. Das alles hat mit "Drogenlenkern" nichts zu tun. Von den wirklich erlaubten Drogen und den davon besoffenen Lenkern kann aber prima abgelenkt werden. F. K.


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