"Jeder Wechsel schmerzt"

Gespräch. Wolfgang Schüssel über ein Jahr Wende, Haiders Angebot, die FPÖ, die Oppositionund die neue österreichische Normalität.

Politik | Armin Thurnher | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

Wolfgang Schüssel ist nicht leicht aus der Ruhe zu bringen. Genau ein Jahr nach dem Abbruch der Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ und dem Beginn der Verhandlungen mit der FPÖ zieht er Bilanz des ersten Jahres seiner Kanzlerschaft. Außer seiner Diagnose, Österreich sei ein normales Land, gibt er erstmals seine Version der historischen Abläufe zu Protokoll.

Falter: Herr Bundeskanzler, was fällt Ihnen als Erstes zum Thema "Wendejahr" ein?

Wolfgang Schüssel: Dass mir das Wort "Wende" nicht gefällt. Wende ist ein Begriff aus der Segelsprache. Stattgefunden hat ein Regierungswechsel, ein substanzieller und ein höchst notwendiger.

Ist "Wende" nicht ein Wort von Helmut Kohl gewesen?

Mich stört prinzipiell jeder Import von woanders. Ich würde auch nie auf die Idee kommen, eine "Leitkultur" für Österreich zu fordern oder den "Verfassungspatriotismus" zu beschwören.

Die Wende war natürlich nicht ein normaler demokratischer Wechsel. Auch in Ihrer Partei war es eine sehr umstrittene Sache,


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