"Pinochet-Methoden"

Polizeiskandal. Ein Pressefotograf wird von der Polizei geschlagen, seine Kamera beschädigt. Die Polizei versprach Aufklärung. Nun stellt sie den Fotografen vors Strafgericht. Sein Glück: Eine Kamera lief mit.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

Kumm, schleich di! Verschwind!" Faustschläge in den Bauch. Stöße in den Rücken. Eine zerstörte Kamera. Das alles vor den Augen uniformierter Polizisten, die sich elegant wegdrehen. So etwas, sagt Gianlucca "Luka" Faccio, "habe ich nicht einmal in Kurdistan erlebt. Das sind ja Pinochet-Methoden."

Anfang Dezember des vergangenen Jahres versprach die Wiener Polizei noch eine "umgehende Überprüfung" dieses Vorfalles. Das Ergebnis: Der Fotograf, der schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhebt, wurde angezeigt. Vergangene Woche musste er vor dem Strafrichter antreten. Begründung: Spucken und Treten gegen Polizisten. Was die Polizei nicht gewusst haben dürfte: Die skandalöse Amtshandlung wurde aus sicherer Distanz mitgefilmt.

Vorgeschichte: Am fünften Dezember besetzen Demonstranten die Hadikgasse. Die Polizei erteilt den Befehl "Räumen". Knüppel werden geschwungen, Demonstranten schreien. Fotograf Faccio stellt sich hinter die Beamten und fotografiert. Seit Monaten begleitet er, dessen


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