"Wir hatten oft Schiss"

Debatte. Was bringen die Donnerstagsdemos überhaupt noch? Und was war an Schwarz-Blau wirklich so schlimm? - Drei Aktivistinnen der ersten Stunde diskutieren über ein Jahr Widerstand.

Politik | Eva Weissenberger und Nina Weissensteiner | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

Faust, Ei oder Blume?" fragte der Falter (7/00) vor einem Jahr, als täglich Tausende bei den Wiener Wandertagen durch die Stadt zogen, um gegen die frisch angelobte schwarz-blaue Regierung zu demonstrieren. Die drei Demo-Neulinge, die damals über die neue Protestkultur diskutierten, haben sich weiterentwickelt: Sonja Grusch gab bei fast jeder Donnerstagsdemo mit dem Megafon den Ton an und will mit ihrer sozialistischen Splitterpartei SLP bei der Wiener Wahl kandidieren. Tanya Bednar, die bis zum Februar 2000 unpolitisch war und erst wenige Tage vor der Falter-Diskussion ihre erste Demo organisiert hatte, gründete die Gruppe "Volkstanz". Bis zum Sommer rief sie jeden Samstag zur "Soundpolitisierung" mit DJ-Wagen am Heldenplatz auf. Und Nora Sternfeld engagierte sich bei der Plattform "Gettoattack", die mit Pickerln, Einkaufssackerln am Naschmarkt und auf den Infoscreens in der U-Bahn gegen Rassismus auftrat.

Falter: Einmal ehrlich: Wie oft seid ihr heuer bei den Donnerstagsdemos mitgegangen?


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