Es bleibt in der Familie

Film. Kein Film von Ang Lee gleicht dem anderen, und doch laufen alle auf dasselbe hinaus. Ein Porträt des taiwanesisch-amerikanischen Regisseurs, von dem in unseren Kinos dieser Tage gleich zwei Filme zu sehen sind.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 05/01 vom 31.01.2001

Die Erkenntnis kommt spät, zu spät. Erst im Angesicht des Todes erkennt Li Mu-Bai, der legendäre Schwertkämpfer, dass er, nur seinem Ehrenkodex gehorchend, sein ganzes Leben verschwendet hat, und gesteht Xiu-Lian, die ihm seit vielen Jahren treu zur Seite steht, seine Liebe. Damit ist sein Schicksal endgültig besiegelt. Hilfe ist unterwegs, aber sie muss zu spät kommen. Das verlangt schlicht die Dramaturgie wahren Heldentums.

"Crouching Tiger, Hidden Dragon" ("deutscher" Verleihtitel: "Tiger & Dragon") ist vielleicht der erste Film von Ang Lee, den man nicht nur bewundert, sondern ganz einfach mag. Seine überirdische Schönheit liegt, entsprechend dem Genre des Martial Arts Film, das er - buchstäblich - vom Kopf auf die Füße stellt, in seiner vorgeblichen Naivität. Das Stichwort heißt "Wudang", eine Spielart der Martial Arts, die sich zu jener des Shaolin in etwa so verhält wie die hohe zur niederen Minne: Ihre Kunst hat weniger mit Physik als mit Metaphysik zu tun. Held (Chow


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